Guide · Okt. 2026 · ~16–20 Min. Lesezeit
Wohnungsbesichtigung: Was beachten? Die praktische Checkliste
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Eine Wohnungsbesichtigung ist oft der entscheidende Moment in der Wohnungssuche – gerade in Städten wie Berlin. Viele Interessenten sind nervös, stellen die falschen Fragen oder wirken unorganisiert. Mit dieser Checkliste gehst du strukturiert vor: Vorbereitung, Unterlagen, Fragen, Warnsignale und das richtige Follow-up danach.
1) Vorbereitung in 10 Minuten (ohne Stress)
Du musst nicht perfekt sein – aber vorbereitet. Das wirkt zuverlässig und spart Zeit. Vor der Besichtigung solltest du diese Punkte parat haben:
- Wichtige Daten: Einzug ab wann, wie viele Personen, Haustiere ja/nein.
- Budget: Warmmiete als klare Grenze (nicht nur Kaltmiete).
- Arbeits-/Studienstatus: kurze, klare Erklärung (unbefristet/befristet, Studium etc.).
- Unterlagen: als PDF auf dem Handy (und optional ausgedruckt).
- Route: 10 Minuten Puffer einplanen (Pünktlichkeit zählt).
Mini-Formel: Pünktlich + freundlich + Mappe griffbereit = du wirkst automatisch „einfach“ – und das mögen Vermieter.
Was du vorab online checken kannst
- Lage & ÖPNV: Fahrzeit zu deinen wichtigsten Orten.
- Haus & Straße: Hauptstraße oder Hinterhof (Lärm macht viel aus).
- Mietdetails: Warmmiete, Nebenkosten, Einzugstermin, Mindestmietdauer.
Für einen kompletten Workflow: Wohnen in Berlin mieten und Wohnungssuche.
2) Unterlagen & Bewerbungsmappe: was wirklich hilft
Viele verlieren Zusagen, weil Unterlagen fehlen oder chaotisch sind. Eine geordnete Mappe (digital) erhöht die Chance, dass du direkt in die engere Auswahl kommst.
Empfohlener Inhalt (klassische Mietwohnung)
- Selbstauskunft (kurz, korrekt)
- Einkommensnachweise (z. B. 3 Gehaltsabrechnungen oder Arbeitsvertrag)
- Bonitätsnachweis (z. B. SCHUFA / Bonitätsauskunft)
- Ausweiskopie (sinnvoll geschwärzt, wenn akzeptiert)
- Mietschuldenfreiheitsbescheinigung (falls vorhanden)
Wenn du unsicher bist, was genau eine Bonitätsauskunft ist: Bonitätsauskunft – was ist das?
PDF-Struktur (damit es schnell „lesbar“ ist)
- Kurzprofil (1 Seite: Name, Einzug, Haushalt, Status)
- Selbstauskunft
- Einkommensnachweise
- Bonitätsnachweis
- Optional: Bescheinigungen/Referenzen
Tipp: Benenne die Datei klar, z. B. Bewerbung_Max_Mustermann.pdf. Kleine Details wirken professionell.
3) Checkliste vor Ort: Wohnung, Haus, Umfeld
Bei der Besichtigung hast du oft wenig Zeit. Nutze diese Checkliste, damit du die wichtigsten Punkte nicht vergisst.
In der Wohnung
- Fenster/Schallschutz: Straße vs. Hofseite, Zugluft, Dichtungen.
- Feuchtigkeit/Schimmel: Ecken, Bad, Fensterlaibung (ohne Panik, aber aufmerksam).
- Heizung: Art (z. B. Zentral, Gasetage), Zustand, Geräusche.
- Wasser: Druck/Temperatur (kurz im Bad/Küche prüfen, wenn möglich).
- Strom/Anschlüsse: Anzahl Steckdosen, Zustand Sicherungskasten.
- Küche: gehört die Einbauküche dazu? Gibt es Ablöse?
Im Haus
- Treppenhaus: gepflegt? wirkt auf Nachbarschaft & Verwaltung.
- Keller/Fahrrad: gibt es sichere Abstellmöglichkeiten?
- Briefkasten: wichtig für Anmeldung/Alltag (wenn relevant).
- Müll/Ordnung: oft ein Indikator für das Hausklima.
Im Umfeld
- ÖPNV: wie weit zur nächsten S-/U-Bahn?
- Einkaufen: Supermarkt/Drogerie in der Nähe?
- Lärm: Bars, Verkehr, Baustellen (zeitabhängig).
Quick Check: „Würde ich hier morgens gerne aufwachen?“ Wenn du zögerst, ist das ein Signal.
4) Besichtigung in Berlin: Massenbesichtigung vs. Einzeltermin
In Berlin laufen Besichtigungen oft anders als in kleineren Städten: mal als Massenbesichtigung (viele Interessenten in kurzer Zeit), mal als Einzeltermin. Beides hat eigene Regeln – und wer sie kennt, wirkt automatisch professioneller.
Massenbesichtigung: so fällst du positiv auf (ohne aufdringlich zu sein)
- Sei 5–10 Minuten früher da und stelle dich ruhig an – Pünktlichkeit ist hier ein Filter.
- Mini-Vorstellung parat (20 Sekunden): wer du bist, Einzug, Haushalt, Job/Studium.
- Unterlagen „ready to send“: Mappe als PDF auf dem Handy, Dateiname klar (z. B.
Bewerbung_Name.pdf).
- Stelle 2–3 gezielte Fragen (Warmmiete, Einzug, Übergabeprotokoll) statt 20 Detailfragen.
- Bleib freundlich – die Person vor Ort entscheidet oft, wen sie überhaupt weiterleitet.
Berlin-Tipp: Viele Verwaltungen sammeln Unterlagen nach der Besichtigung. Wenn du schon vor Ort klar sagst „Ich kann die Mappe sofort senden“, erhöht das deine Chance, dass du nicht untergehst.
Einzeltermin: deine Chance, Vertrauen aufzubauen
- Zeige Zuverlässigkeit: pünktlich, kurz, klar, keine langen Geschichten.
- Nachfragen lohnt sich: Nebenkosten, Heizungsart, Index/Staffelmiete, Hausordnung.
- Interesse direkt bestätigen: „Ich habe großes Interesse – ich kann Unterlagen heute schicken.“
Ziel ist nicht „überreden“, sondern: du wirkst wie jemand, mit dem Vermieter/Verwaltung keinen Stress haben.
5) Fragen an Vermieter/Verwaltung (kurz & sinnvoll)
Du musst keine 30 Fragen stellen. Aber ein paar gezielte Punkte helfen dir (und zeigen, dass du seriös bist).
Finanzen & Vertrag
- Warmmiete: Was ist enthalten (Heizung/Wasser/etc.)?
- Nebenkosten: wie hoch und wofür genau?
- Mieterhöhungen: Indexmiete/Staffelmiete?
- Mindestmietdauer & Kündigungsfrist: gibt es Besonderheiten?
- Kaution: Höhe und Zahlungsweise.
Alltag & Nutzung
- Internet: ist ein Anschluss vorhanden? (und ggf. welcher Anbieter im Haus möglich ist)
- Hausordnung: Ruhezeiten, Grillen, Haustiere, Musik.
- Renovierung/Schönheitsreparaturen: was ist üblich/verlangt?
- Übergabeprotokoll: wird es erstellt? (sehr wichtig)
Wenn du eine perfekte Nachricht nach der Besichtigung brauchst: Wie schreibt man eine Wohnungsbewerbung?
6) Fragen nach Wohnungstyp (Altbau/Neubau, Gasetage, möbliert)
Je nach Wohnungstyp sind andere Fragen wichtig. Wenn du diese Punkte gezielt ansprichst, wirkst du vorbereitet – und du vermeidest teure Überraschungen.
Altbau
- Fenster/Schallschutz: doppelt verglast? Straße vs. Hof?
- Heizung: zentral, Fernwärme oder Gasetage (separat)?
- Feuchtigkeit: gab es Schimmelprobleme? Wie wird gelüftet/geheizt?
- Warmwasser: Boiler/Durchlauferhitzer? (kann Strom/Gas beeinflussen)
Neubau
- Nebenkosten: was ist enthalten (Heizung/Warmwasser)?
- Hausregeln: Paketannahme, Fahrradräume, Müllsystem, Stellplätze.
- Schallschutz: trotzdem kurz prüfen (Türen, Nachbarn, Innenhof).
Gasetagenheizung
- Vertrag: schließt du Gas separat ab? Wie ist der durchschnittliche Verbrauch?
- Wartung: wann wurde die Anlage zuletzt gewartet?
- Kosten: ist Warmwasser über Gas/Boiler geregelt?
Möbliert / Zwischenmiete
- Inventarliste: was bleibt drin (Möbel, Küche, Geräte)?
- Schäden: Zustand dokumentieren (Fotos) + Übergabeprotokoll.
- Internet: enthalten oder separat? Zugang/WLAN-Router?
- Verlängerung: ist Verlängerung realistisch oder fix befristet?
Küche / Ablöse
- EBK inklusive? Wenn nicht: gibt es eine Ablöse? Was genau wird übernommen?
- Geräte: Alter/Defekte, wer repariert im Zweifel?
Praktisch: Notiere dir 3–5 Fragen je Wohnungstyp und stelle nur die, die wirklich relevant sind. Das hält das Gespräch kurz und souverän.
7) Warnsignale & typische Fallen
Gerade in angespannten Märkten gibt es immer wieder unangenehme Situationen. Diese Warnsignale solltest du ernst nehmen:
- Druck auf sofortige Zahlung: Kaution/Reservierung vor Vertrag ist ein rotes Flag.
- Keine echte Besichtigung: „Schlüssel per Post“ oder nur Video ohne plausiblen Grund.
- Unplausibel günstige Miete: extrem unter Markt – mit Druck, schnell zu handeln.
- Widersprüche: Flächen/Etage/Kosten ändern sich plötzlich.
- Unklare Identität: keine Unterlagen/keine Ansprechpartner, sehr ausweichend.
Safety-Rule: Kein Geld überweisen, bevor Besichtigung + plausibler Vertrag + klare Abwicklung stehen.
8) Nach der Besichtigung: Follow-up, das wirkt
Viele vergessen den wichtigsten Schritt: kurz nach der Besichtigung Interesse bestätigen. Das wirkt zuverlässig und hält dich im Kopf.
Follow-up Nachricht (Copy-Paste)
Hallo, vielen Dank für die Besichtigung. Ich habe weiterhin großes Interesse an der Wohnung und kann ab [Datum] einziehen.
Meine Unterlagen (Selbstauskunft, Nachweise, Bonität) sende ich gern direkt als PDF. Ich freue mich über eine Rückmeldung.
Viele Grüße
[Name]
Wenn du keine Antwort bekommst, ist ein Follow-up nach 24–48 Stunden okay – einmal reicht meist.
Warum Geschwindigkeit zählt
In Berlin ist „früh dran sein“ ein echter Vorteil. Tools mit Push-Alerts reduzieren die Zeit zwischen neuem Inserat und deiner Anfrage. Passend dazu: Wohnungsfinder und ImmoScout Bot.
9) Wenn du zusagst: Vertrag & Übergabe (ohne Stress)
Wenn du eine Zusage bekommst, geht es oft schnell. Prüfe in Ruhe die Basics: Warmmiete, Nebenkosten, Laufzeit, Mieterhöhungen (Index/Staffel), Hausordnung. Und: Bestehe auf ein Übergabeprotokoll – es schützt dich später (z. B. bei der Kaution).
- Übergabeprotokoll: Mängel schriftlich + Fotos.
- Zählerstände: Strom/Wasser/Heizung (je nach Setup) dokumentieren.
- Schlüssel: Anzahl prüfen und schriftlich festhalten.
Zum Thema Auszug und Rückzahlung: Kaution zurück bekommen.
FAQ
Welche Fragen sollte ich bei einer Wohnungsbesichtigung stellen?
Warmmiete, Nebenkosten, Heizungsart, mögliche Mieterhöhungen (Index/Staffel), Laufzeit/Kündigungsfristen, Hausordnung, Internet, Zustand (Fenster/Feuchtigkeit) und ob ein Übergabeprotokoll erstellt wird.
Welche Unterlagen sollte ich zur Besichtigung mitbringen?
Am besten eine vollständige Bewerbungsmappe als PDF: Selbstauskunft, Nachweise, Bonität, Ausweis (ggf. geschwärzt), optional Mietschuldenfreiheitsbescheinigung.
Wie erhöhe ich meine Chancen nach der Besichtigung?
Pünktlich sein, freundlich auftreten, Unterlagen geordnet anbieten und direkt danach kurz Interesse bestätigen. Ein Follow-up nach 24–48 Stunden ist oft okay.
Woran erkenne ich Warnsignale?
Druck auf Sofortzahlung, keine echte Besichtigung, unplausibel günstige Miete, widersprüchliche Angaben oder Forderung nach Kaution vor Vertrag.
Wie lange dauert eine Wohnungsbesichtigung normalerweise?
Oft nur 5–15 Minuten, bei Massenbesichtigungen manchmal noch kürzer. Deshalb lohnt es sich, deine wichtigsten Fragen vorher zu notieren und die Bewerbungsmappe griffbereit zu haben.
Was sollte ich bei der Besichtigung anziehen?
Kein Business-Anzug nötig – aber sauber und ordentlich. Ziel ist: zuverlässig wirken. Ein gepflegter Eindruck hilft mehr als „zu schick“.
Soll ich meine Unterlagen schon vor der Besichtigung schicken?
Wenn ein Anbieter ausdrücklich darum bittet, ja. Sonst ist es oft besser, die Unterlagen nach der Besichtigung zu senden, sobald du echtes Interesse hast – so bleibt es passend und aktuell.
Wann sollte ich die Kaution bezahlen?
In der Regel erst, wenn ein plausibler Vertrag vorliegt und die Abwicklung klar ist. Keine Vorauszahlungen „zur Reservierung“ ohne Vertrag und Besichtigung.
Ist ein Follow-up nach der Besichtigung okay?
Ja. Eine kurze Nachricht direkt danach (Interesse bestätigen) ist gut. Wenn keine Antwort kommt, ist ein Follow-up nach 24–48 Stunden meist in Ordnung – einmal reicht.
Was mache ich, wenn ich (noch) keine SCHUFA oder deutsches Einkommen habe?
Sei transparent und biete Alternativen an (z. B. Arbeitsvertrag, Kontoauszüge, Bürgschaft, Referenzen). Wichtig ist, dass du deine Situation kurz erklärst und trotzdem eine vollständige Mappe präsentierst.
Darf ich Haustiere mitbringen bzw. sind Haustiere erlaubt?
Frage das früh. Manche Vermieter erlauben Haustiere, andere nicht. Wenn du ein Haustier hast, sag es ehrlich – das verhindert spätere Konflikte.
Woran erkenne ich Indexmiete oder Staffelmiete?
Das steht im Vertrag oder wird in der Anzeige erwähnt. Frage gezielt danach, weil es die künftige Miete beeinflussen kann. Bei Unklarheit lass dir die Regelung erklären.
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