Wohnungsbesichtigung Tipps: Checkliste, Fragen, Red Flags & Zusage-Strategie
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Eine Wohnung zu finden ist schon schwer – aber die Wohnungsbesichtigung ist der Moment, in dem du den Deal gewinnst oder verlierst. In der Praxis hast du oft nur 10–20 Minuten, um einen guten Eindruck zu machen und gleichzeitig zu prüfen, ob Miete, Zustand und Vertrag wirklich zu deinem Alltag passen.
Dieser Guide ist bewusst praxisnah: Du bekommst eine Vor-Ort-Checkliste, die besten Fragen an Vermieter/Makler, typische Red Flags (Schimmel, Nebenkosten, Druck, Vorkasse), konkrete Textvorlagen für Follow-up und Zusage – plus eine Strategie, wie du dich nach der Besichtigung positiv abhebst, ohne aufdringlich zu wirken.
1) Vorbereitung vor der Besichtigung (30–60 Minuten, die sich lohnen)
Viele gehen „einfach hin“ und hoffen, dass es passt. Das Problem: Vor Ort ist es laut, hektisch, und du vergisst Fragen. Eine kurze Vorbereitung macht dich ruhiger, schneller – und du wirkst automatisch seriöser.
1.1 Inserat checken (damit du keine Zeit verschwendest)
- Warmmiete vs. Kaltmiete: Steht klar drin, was enthalten ist (Heizung/Warmwasser)?
- Einzugsdatum: Passt es wirklich zu deinem Timing?
- Grundriss/Fotos: Gibt es tote Winkel (Bad ohne Fenster, Dachschrägen, winzige Küche)?
- Etage & Aufzug: Alltag + Umzug + Einkauf.
- Heizung/Energie: Wenn nichts steht, setze das auf deine Fragenliste.
- Pendelzeit: Tür-zu-Tür prüfen (nicht nur „Google Maps im Idealfall“). Ein Umstieg weniger kann mehr wert sein als 1 km näher.
1.2 Was du mitnehmen solltest
- Handy + ausreichend Akku (Fotos, Notizen, Taschenlampenmodus)
- Kleines Maßband (Nischen, Fensterbreite, Stellflächen)
- Notizliste mit Must-haves + Fragen
- Optional: Powerbank, kleiner Kugelschreiber
1.3 Unterlagen griffbereit (aber mit Datenschutz)
Du musst nicht alles schon im Erstkontakt verschicken. Aber wenn es gut läuft, wollen Vermieter oft „kurz die Unterlagen“ – und dann entscheidet Geschwindigkeit. Am besten: alles als 1 PDF vorbereiten, sensibel mit Daten umgehen.
1.4 Mini-Plan für den Termin (damit du „easy“ wirkst)
- 5 Minuten früher da sein – du wirkst zuverlässig und hast Zeit, die Umgebung zu checken.
- Kurzer Pitch (1 Satz): „Ich arbeite als …, unbefristet, Einzug ab …, Nichtraucher, Unterlagen als 1 PDF.“
- Dann Fragen – aber erst nachdem du die Wohnung kurz gesehen hast (fühlt sich natürlicher an).
2) 10-Minuten-Checkliste vor Ort (System statt Gefühl)
Diese Checkliste ist so gebaut, dass du in kurzer Zeit die wichtigsten Risiken findest (Kosten, Zustand, Lärm, Schimmel, Heizung). Nimm sie als Notiz auf dem Handy mit. Wenn du möchtest, kannst du dir zusätzlich eine „Foto-Route“ merken: erst Fenster, dann Bad, dann Küche, dann Keller.
| Bereich | Was prüfen | Woran du es erkennst |
|---|---|---|
| Licht & Lärm | Helligkeit, Straßenlärm, Nachbarn | Fenster öffnen/schließen, kurz still stehen, 30 Sekunden hören |
| Fenster | Dichtheit, Zugluft, Kondenswasser | Schließen sie sauber? Gibt es feuchte Stellen an Laibungen? |
| Bad | Lüftung, Geruch, Fugen, Wasserabfluss | Schimmelgeruch? Fugen schwarz? Abfluss gluckert? |
| Wasser | Druck + Warmwasserzeit | Hahn aufdrehen: kommt warmes Wasser schnell? |
| Heizung | Anzahl/Position, Thermostat, Energieträger | Fragen nach Abrechnung, Thermostat testen (drehen) |
| Steckdosen | Anzahl, Position, Altbau-Probleme | Genug für Homeoffice? In Küche/Bad sinnvoll platziert? |
| Küche | Anschlüsse, Platz, Zustand | Wo stehen Herd/Kühlschrank? Gibt es Wasseranschluss/Abfluss? |
| Keller/Abstellraum | Trockenheit, Geruch, Sicherheit | Feuchte Wände? Modergeruch? Tür/Schloss ok? |
| Haus & Umfeld | Treppenhaus, Müllplatz, Fahrräder, ÖPNV | Wirkt gepflegt? Gibt es Stresspunkte (Müll, Lärm, Rauch)? |
2.1 Mini-Check: „Kann ich hier wirklich wohnen?“
- Gerüche: Rauch, Feuchte, Müll – manchmal entscheidender als Optik.
- Stauraum: Wo hin mit Koffer, Putzzeug, Vorräten?
- Alltagspunkte: Paketannahme, Fahrrad, Waschmaschine, Ruhezeiten.
3) Die besten Fragen an Vermieter/Makler (kurz, konkret, professionell)
Die richtigen Fragen machen zwei Dinge gleichzeitig: Du wirkst vorbereitet – und du bekommst harte Fakten, die du für eine Entscheidung brauchst. Halte die Fragen kurz, damit es nicht wie ein Verhör wirkt. Ein guter Ton ist: „Nur kurz, damit ich es richtig einordnen kann …“
3.1 Geld & Vertrag
- Was ist in der Warmmiete enthalten? (Heizung/Warmwasser? Betriebskosten? Kabel?)
- Nebenkosten: Vorauszahlung oder Pauschale? Wie wird abgerechnet?
- Mietmodell: Gibt es Indexmiete oder Staffelmiete?
- Mindestmietdauer / Kündigungsfrist: Gibt es Einschränkungen?
- Kaution: Höhe, Zahlungsweg und Zeitpunkt.
- Zusatzkosten: Stellplatz, Küche, Möblierung, Hausmeister – was kommt real dazu?
3.2 Wohnung & Technik
- Heizung/Energie: Energieträger und typischer Verbrauch? Energieausweis vorhanden?
- Internet: DSL/Kabel/Glasfaser möglich? Welche Geschwindigkeit ist realistisch?
- Renovierungen: Wurde kürzlich etwas gemacht oder ist etwas geplant?
- Was gehört dazu? Keller, Dachboden, Stellplatz, Einbauküche, Waschmaschinenanschluss.
- Wände/Böden: Gibt es Einschränkungen (z. B. „nur Teppich“, empfindliches Parkett)?
3.3 Haus & Nachbarschaft
- Hausordnung: Ruhezeiten, Grillen, Haustiere – was ist erlaubt?
- Müll & Fahrräder: Wo steht was, gibt es Regeln/Probleme?
- Hausgemeinschaft: eher ruhig/familienlastig oder lebendig?
3.4 Prozess (wichtig, damit du nicht im Unklaren hängst)
- Wie ist der nächste Schritt? (Unterlagen? zweite Besichtigung? Entscheidung bis wann?)
- Wie möchten Sie kontaktiert werden? (E-Mail/Telefon/Portal)
- Welche Unterlagen sind Ihnen wichtig? (dann schickst du genau das – nicht mehr)
Merksatz: Frage immer nach Warmmiete-Details, Nebenkosten-Abrechnung, Mietmodell (Index/Staffel) und dem Zeitplan. Das sind die vier Punkte, die am häufigsten später Probleme machen.
4) Schnell bewerten: Scoring statt Bauchgefühl
Nach drei Besichtigungen verschwimmt alles. Ein einfaches Score-System hilft dir, rational zu entscheiden – besonders wenn du unter Zeitdruck stehst. Du kannst es auf dem Handy mit 0–2 Punkten pro Kategorie nutzen.
| Kriterium | 0 Punkte | 1 Punkt | 2 Punkte |
|---|---|---|---|
| Lage/Pendelzeit | zu weit/kompliziert | okay | top |
| Warmmiete | über Budget | gerade so | passt entspannt |
| Zustand | viele Mängel | kleine Mängel | sehr gut |
| Lärm & Licht | störend | machbar | ruhig/hell |
| Layout/Alltag | unpraktisch | okay | sehr passend |
| Vertrag/Transparenz | unklar/Red Flags | teilweise klar | transparent |
Tipp: Schreib dir am Ende eine einzige Zeile: „Warum ja / warum nein“. Das verhindert, dass du dich später selbst überzeugst.
5) Red Flags: die häufigsten Warnzeichen
Nicht jede Red Flag ist ein Dealbreaker – aber sie ist ein Signal, genauer hinzuschauen. Hier sind die wichtigsten Kategorien, die in Deutschland in der Praxis oft zu Problemen führen.
5.1 Zustand & Schimmel-Risiko
- Schimmelgeruch (auch wenn nichts sichtbar ist)
- Schwarze Fugen, feuchte Ecken, Kondenswasser an Fenstern
- Abblätternde Farbe in Außenecken oder hinter Möbeln (Hinweis auf Feuchte)
5.2 Kosten & Intransparenz
- Warmmiete „ungefähr“ statt konkret
- Nebenkosten ohne Abrechnungslogik („wird schon passen“)
- Unklare Zusatzkosten (Stellplatz, Küche, Möblierung)
5.3 Druck & unseriöser Prozess
- „Entscheide sofort“ ohne Möglichkeit, Vertrag zu prüfen
- Vorkasse/Reservierungsgebühr vor Vertrag/Schlüssel
- Kontakt will nur über unübliche Kanäle oder fordert ungewöhnliche Zahlarten
6) Direkt danach: Follow-up & Zusage-Strategie
Viele Bewerber warten ab. In umkämpften Märkten ist das ein Fehler. Wenn die Wohnung passt, ist eine schnelle, höfliche Bestätigung ein großer Vorteil. Gleichzeitig willst du nicht needy wirken. Die Lösung: kurz, klar, mit Angebot die Unterlagen zu senden.
Vielen Dank für die Besichtigung heute. Die Wohnung hat mir sehr gut gefallen und ich möchte sie gern anmieten. Meine Unterlagen (Selbstauskunft, Nachweise, ggf. Bonität/SCHUFA) kann ich Ihnen sofort als 1 PDF senden. Viele Grüße, [Name] · [Telefon]
Hallo [Name], ich wollte kurz nachfragen, ob es bereits ein Update zur Wohnung gibt. Ich bin weiterhin sehr interessiert und kann Unterlagen sofort senden. Vielen Dank und viele Grüße, [Name] · [Telefon]
6.1 Wenn du Konkurrenz hast: so wirkst du „einfach“
- Entscheidung klar: „Ich möchte anmieten.“ (nicht: „würde vielleicht“)
- Flexibel: „Einzug ab …, ich bin flexibel für Schlüssel/Termin.“
- Unterlagen ready: „als 1 PDF“ – spart dem Vermieter Arbeit.
7) Unterlagen: was mitschicken und wann
Die perfekte Regel gibt es nicht – aber es gibt eine sichere: erst verifizieren, dann senden. Seriöse Vermieter erklären, was sie brauchen und wie sie es bekommen wollen. Wenn du dich an „so wenig wie möglich, so viel wie nötig“ hältst, bist du schnell und sicher.
7.1 Empfohlene PDF-Reihenfolge
- Kurzanschreiben (1 Seite)
- Selbstauskunft
- Einkommensnachweise (2–3 Monate)
- Bonität/SCHUFA (wenn gefordert)
- Optional: Mietschuldenfreiheitsbescheinigung, Bürgschaft
Bewerbung_[Nachname]_[Stadt]_[AdresseOderID]_2026.pdf
Mehr dazu: Wohnungsbewerbung schreiben · Was ist eine Bonitätsauskunft?
8) Vertrag & Übergabe: die wichtigsten Punkte
Wenn du eine Zusage bekommst, beginnt der Teil, der später Geld spart. Lies den Vertrag zumindest auf diese Punkte – das dauert oft nur ein paar Minuten, vermeidet aber fiese Überraschungen.
- Mietmodell: Indexmiete oder Staffelmiete? (Auswirkung auf Mieterhöhungen)
- Nebenkosten: Vorauszahlung oder Pauschale? Was ist enthalten?
- Kaution: Höhe, Fälligkeit, Zahlungsweg
- Schönheitsreparaturen: Was ist vereinbart?
- Übergabe: Protokoll, Fotos, Zählerstände, Schlüsselanzahl
9) Betrug vermeiden (kurz & klar)
Scams nutzen Zeitdruck aus. Du kannst schnell sein und trotzdem sicher handeln. Grundregel: Kein Geld vor Vertrag und Schlüssel – und sensible Dokumente nur an verifizierte Kontakte.
| Red Flag | Warum kritisch | Was tun |
|---|---|---|
| Vorkasse (Reservierung/Kaution vor Vertrag) | typischer Scam | nicht zahlen, verifizieren, abbrechen |
| Keine Besichtigung möglich | Identität unklar | nur bei seriöser Verwaltung + prüfbaren Daten |
| Preis viel zu gut + Druck | Manipulation | ruhig bleiben, Details prüfen |
| Ungewöhnliche Zahlung (Gutscheine/Crypto) | schwer rückholbar | nicht machen |
10) Wie BFirst - Wohnung Suche Bot dich schneller zur Besichtigung bringt
Die beste Besichtigungs-Checkliste hilft nur, wenn du überhaupt zur Besichtigung kommst. In vielen Städten entscheidet die Geschwindigkeit: Wer neue Inserate zuerst sieht und schnell antwortet, wird eher eingeladen. Genau dafür ist BFirst gebaut.
- Sofort-Alerts (Push) statt verzögerter E-Mails
- Gespeicherte Nachricht für schnellere Bewerbungen
- Quellen-Badges und Filter gegen Dubletten
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FAQ
Wie lange dauert eine Wohnungsbesichtigung normalerweise?
Oft nur 10–20 Minuten – bei Massenbesichtigungen manchmal weniger. Deshalb lohnt sich eine kurze Checkliste, damit du die wichtigen Punkte sicher abhakst.
Was sind die wichtigsten Fragen?
Warmmiete (was enthalten ist), Nebenkosten-Abrechnung, Heizart/Energie, Mietmodell (Index/Staffel), Internet/Anbindung und der Zeitplan (nächster Schritt, Entscheidung bis wann).
Wann sollte ich nach der Besichtigung schreiben?
Wenn die Wohnung passt: Interesse idealerweise innerhalb von 2–6 Stunden bestätigen. Wenn keine Antwort kommt: Follow-up nach 24–48 Stunden.
Welche Unterlagen sollte ich bereithalten?
Selbstauskunft, Einkommensnachweise (meist 2–3 Monate), ggf. Bonität/SCHUFA und optional Mietschuldenfreiheitsbescheinigung. Am besten als 1 PDF – aber sensible Daten nur an verifizierte Kontakte.
Fazit
Wohnungsbesichtigung 2026 ist kein Glücksspiel: Mit Vorbereitung, einer festen Vor-Ort-Checkliste, den richtigen Fragen und einem schnellen Follow-up erhöhst du deine Chancen messbar. Kombiniere das mit Sofort-Alerts, dann kommst du nicht nur zu mehr Besichtigungen – du bekommst auch häufiger Zusagen.